Was auf die Startseite eines Handwerksbetriebs gehört
Die Startseite ist das Schaufenster Ihres Betriebs: Hier entscheidet sich, ob jemand anruft, eine Anfrage schickt oder zum nächsten Suchergebnis wechselt. Dieser Beitrag geht die Startseite einmal von oben nach unten durch – was ganz nach oben gehört, in welcher Reihenfolge der Rest folgt und was Sie getrost weglassen können.
Kurz gesagt
- Ganz oben muss in einem Satz stehen, was Sie machen und wo – dazu eine antippbare Telefonnummer und ein Weg zur Anfrage.
- Darunter folgen Leistungen, echte Projekte, Gründe für Ihren Betrieb, Kundenstimmen und zuletzt Kontakt, Anfahrt und Öffnungszeiten.
- Werbeaussagen wie „Meisterbetrieb“ oder Siegel gehören nur auf die Seite, wenn sie stimmen und Sie sie verwenden dürfen.
- Slider, Begrüßungsfloskeln, eingebettete Karten und Pop-ups kosten Zeit und Aufmerksamkeit, bringen aber selten Anfragen.
Die Aufgabe der Startseite
Wer auf Ihrer Startseite landet, hat meist ein konkretes Anliegen: Das Bad soll neu werden, die Heizung macht Geräusche, auf dem Dach fehlen Ziegel. Die Startseite muss diesen Besuchern in kurzer Zeit vier Fragen beantworten:
- Was machen Sie? – in Worten, die Ihre Kunden benutzen.
- Wo arbeiten Sie? – Ort und Einsatzgebiet.
- Warum Sie? – was Ihren Betrieb verlässlich macht.
- Wie geht es weiter? – anrufen, Anfrage schicken, Termin vereinbaren.
Alles andere ist Beiwerk. Dieser Beitrag beschränkt sich bewusst auf die Startseite. Ob Ihre Website als Ganzes ihren Job macht – von Ladezeit über Impressum bis Barrierefreiheit –, prüfen Sie mit unserer Checkliste „Was eine Website für kleine Betriebe leisten sollte“.
Ganz oben: der erste Blick
Der Bereich, den Besucher ohne Scrollen sehen, ist der wichtigste Platz Ihrer Website. Hier gehören vier Dinge hin – nicht mehr.
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Ein klarer Satz statt eines Slogans
„Qualität aus Leidenschaft“ könnte über jedem Betrieb stehen. „Ihr Sanitär- und Heizungsbetrieb für Lingen und das Emsland – Badsanierung, Heizungstausch, Notdienst“ sagt dagegen in einer Zeile, was Sie tun und wo. Auch Suchmaschinen lesen die Hauptüberschrift, um zu verstehen, worum es auf der Seite geht.
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Telefonnummer und Anfrage-Knopf
Die Telefonnummer gehört gut sichtbar nach oben – auf dem Handy als antippbarer Link. Daneben ein Knopf für die schriftliche Anfrage, für alle, die abends oder auf der Baustelle nicht telefonieren können. Mehr dazu im Beitrag „Anfrageformular statt Telefon“.
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Ein echtes Foto
Ihr Team vor dem Firmenwagen, eine Baustelle, ein fertiges Projekt: Echte Fotos schaffen sofort mehr Vertrauen als Bilder aus Fotodatenbanken, die auch Ihr Mitbewerber benutzt. Worauf Sie dabei achten sollten, steht im Beitrag „Fotos für die Website: selbst machen oder Profi beauftragen?“.
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Aktuelle Hinweise – nur wenn nötig
Notdienst, Betriebsferien, eine Störung der Telefonanlage: Solche Hinweise gehören als kurze Zeile oben hin, solange sie gelten – und danach wieder weg. Ein Hinweis auf den Weihnachtsurlaub im März wirkt, als kümmere sich niemand um die Seite.
Die Reihenfolge darunter
Wer weiterscrollt, ist interessiert und sucht Bestätigung. Diese Reihenfolge hat sich bei Handwerksbetrieben bewährt; passen Sie sie an das an, was Ihre Kunden am häufigsten fragen.
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Leistungen – kurz, mit Weg zur Detailseite
Drei bis sechs Kacheln mit Ihren wichtigsten Leistungen, je ein Satz und ein Link auf eine eigene Unterseite. Die ausführliche Beschreibung gehört auf diese Unterseite, nicht auf die Startseite.
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Echte Projekte
Ein paar ausgewählte Arbeiten mit kurzem Satz: Was war die Aufgabe, was haben Sie gemacht? Vorher-nachher-Bilder wirken besonders gut. Fragen Sie die Kunden, bevor Sie Fotos aus ihrem Haus oder Garten zeigen, und achten Sie darauf, dass keine Adressen, Kennzeichen oder persönlichen Dinge zu erkennen sind.
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Warum Ihr Betrieb
Meisterbetrieb, Innungsmitglied, Ausbildungsbetrieb, seit wie vielen Jahren am Ort, feste Ansprechpartner – kurz und konkret. Nennen Sie nur, was stimmt und was Sie belegen können: Unzutreffende Angaben über Qualifikationen oder Auszeichnungen können als irreführende Werbung gelten (§ 5 UWG). Logos von Verbänden, Herstellern oder Prüfsiegeln verwenden Sie nur, wenn Sie dazu berechtigt sind.
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Was Kunden sagen
Zwei, drei Kundenstimmen oder ein Link auf Ihre Bewertungen bei Google. Wenn Sie Bewertungen auf der Website zeigen, sagen Sie dazu, woher sie stammen und ob Sie prüfen, dass sie von echten Kunden kommen (§ 5b Abs. 3 UWG). Wie das geht und wie Sie zu mehr Bewertungen kommen, lesen Sie im Beitrag „Google-Bewertungen bekommen und richtig beantworten“.
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So läuft ein Auftrag ab
Drei oder vier Schritte vom ersten Anruf bis zur Abnahme nehmen Unsicherheit: Kommt jemand zur Besichtigung? Gibt es ein schriftliches Angebot? Wer ist mein Ansprechpartner?
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Team und Ausbildung
Ein Foto des Teams und, wenn Sie Leute suchen, ein deutlicher Hinweis auf offene Stellen und Ausbildungsplätze. Die Startseite wird auch von Bewerberinnen und Bewerbern gelesen.
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Kontakt, Anfahrt, Öffnungszeiten
Zum Schluss noch einmal alles, was man zum Melden braucht: Telefon, E-Mail, Adresse, Öffnungs- bzw. Bürozeiten und das Einsatzgebiet. Im Fußbereich darunter stehen die Links zu Impressum und Datenschutzerklärung – beide sollten von jeder Seite aus mit einem Klick erreichbar sein (für das Impressum verlangt § 5 DDG, dass es leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar ist; mehr dazu im Ratgeber „Impressum-Pflicht für kleine Betriebe“).
Was Sie weglassen können
Auf vielen Handwerker-Websites stehen Dinge, die Platz kosten, ohne eine einzige Anfrage zu bringen. Diese Kandidaten können Sie in der Regel streichen:
- „Herzlich willkommen auf unserer Homepage“: Der Satz sagt nichts über Ihren Betrieb und schiebt das Wichtige nach unten.
- Bilder-Karussells (Slider): Wechselnde Bilder lenken ab, die hinteren Bilder sieht kaum jemand, und automatisch laufende Bewegung ist für manche Menschen eine echte Barriere. Ein gutes Bild reicht.
- Veraltete Neuigkeiten: Ein Newsbereich mit dem letzten Eintrag von vor drei Jahren schadet mehr, als er nutzt. Lieber gar keiner – oder einer, den Sie wirklich pflegen.
- Eingebettete Karten und Videos: Sie laden Inhalte von fremden Servern, machen die Seite langsamer und oft einen Cookie-Banner nötig. Ein Link „Route planen“ tut es auch – mehr dazu im Ratgeber „Brauche ich als Handwerksbetrieb einen Cookie-Banner?“.
- Pop-ups: Ein Fenster, das sich über die Seite legt, bevor man überhaupt gelesen hat, verärgert mehr Besucher, als es gewinnt.
- Lange Firmengeschichte: Sie ist auf der Seite „Über uns“ besser aufgehoben. Auf die Startseite gehört höchstens ein Satz.
Die Startseite auf dem Handy
Viele Kunden suchen unterwegs nach einem Handwerker – oft dann, wenn gerade etwas kaputt ist. Auf dem Handy steht alles untereinander, und die Reihenfolge wird noch wichtiger. Prüfen Sie deshalb:
- Steht der Satz „was und wo“ ohne Scrollen auf dem Bildschirm?
- Lässt sich die Telefonnummer mit dem Daumen antippen, ohne zu zoomen?
- Ist der Anfrage-Knopf groß genug und gut zu erkennen?
- Schiebt ein großes Bild oder ein Hinweis-Kasten den Inhalt nach unten?
Selbsttest für Ihre Startseite
SelbsttestZeigen Sie Ihre Startseite jemandem, der Ihren Betrieb nicht kennt, nur ein paar Sekunden lang auf dem Handy. Dann fragen Sie: Was macht dieser Betrieb, wo arbeitet er, und wie würden Sie ihn erreichen? Kann Ihr Testleser alle drei Fragen beantworten, ist der wichtigste Teil geschafft.
- Oben steht in einem Satz, was Sie machen und wo.
- Die Telefonnummer ist oben sichtbar und auf dem Handy antippbar.
- Ein Knopf führt direkt zur schriftlichen Anfrage.
- Ein echtes Foto zeigt Ihren Betrieb, Ihr Team oder Ihre Arbeit.
- Die wichtigsten Leistungen sind kurz genannt und führen auf eigene Seiten.
- Echte Projekte und Kundenstimmen sind zu sehen – mit Einverständnis der Kunden.
- Alle Angaben zu Qualifikationen und Siegeln stimmen.
- Kontakt, Einsatzgebiet und Öffnungszeiten stehen am Ende noch einmal beisammen.
- Impressum und Datenschutzerklärung sind im Fußbereich verlinkt.
- Keine veralteten Hinweise, keine automatisch laufenden Bilder, keine Pop-ups.
Startseiten bei RexCom
Wir programmieren unsere Websites von Hand und bauen die Startseite nach dem auf, was Ihre Kunden zuerst wissen wollen. Einige Bausteine sind auf jeder Website zur Miete dabei:
- Öffnungszeiten mit „Jetzt geöffnet“, auch an Feiertagen, und ein Hinweis-Banner für Urlaub, Notdienst oder Störung.
- Ein Kontaktformular, dessen Anfragen gesammelt im Posteingang Ihrer Website landen.
- Eine Anfahrtskarte ohne Google-Einbindung.
Wie das für einen Handwerksbetrieb aussehen kann, zeigt unsere Seite Websites für Handwerksbetriebe; alle Pakete finden Sie unter Leistungen.
Häufige Fragen
Wie lang darf meine Startseite sein?
So lang, wie es gute Gründe gibt weiterzuscrollen. Wichtig ist nicht die Länge, sondern dass das Wichtigste oben steht und jeder Abschnitt eine Frage der Kunden beantwortet. Was nur wenige interessiert, gehört auf eine Unterseite.
Brauche ich einen Slogan?
Nein. Ein klarer Satz, was Sie machen und wo, ist für Besucher und Suchmaschinen wertvoller als ein Werbespruch. Wenn Sie einen Slogan haben, der zu Ihnen gehört, kann er darunter stehen.
Sollen alle Leistungen auf die Startseite?
Nur die wichtigsten, und die nur kurz. Eine lange Liste aller Arbeiten wirkt unübersichtlich. Besser sind wenige Kacheln, die jeweils auf eine eigene Seite führen; dort ist Platz für Details, Fotos und häufige Fragen.
Brauche ich für jeden Ort im Einsatzgebiet eine eigene Seite?
In der Regel nicht. Nennen Sie Ihr Einsatzgebiet auf der Startseite und auf der Kontaktseite. Viele fast gleiche Seiten, die sich nur im Ortsnamen unterscheiden, können nach Googles Spam-Richtlinien als sogenannte Brückenseiten gelten. Eine eigene Seite lohnt sich nur, wenn Sie dort etwas Eigenes zu sagen haben, etwa einen zweiten Standort.
Darf ich „Meisterbetrieb“ schreiben?
Wenn es stimmt: ja, und gern weit oben – es ist für viele Kunden ein wichtiges Argument. Stimmt es nicht oder nicht mehr, etwa nach dem Ausscheiden des Meisters, sollte der Hinweis sofort verschwinden, weil er sonst irreführend sein kann. Im Zweifel fragen Sie bei Ihrer Handwerkskammer nach.
Fragen dazu?
Wie wirkt Ihre Startseite?
Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns Ihre Startseite gemeinsam an – auf dem Handy und am Computer – und sagen Ihnen ehrlich, was Besucher dort vermissen und was Sie weglassen können.