Ratgeber · Checkliste

Was eine Website für kleine Betriebe leisten sollte

Ob Handwerksbetrieb, Praxis, Werkstatt oder Laden: Um Kunden zu gewinnen, brauchen Sie keine Hochglanz-Website, sondern eine, die zuverlässig ihren Job macht. Diese zehn Punkte helfen Ihnen, Ihre Website ehrlich zu prüfen – mit einem einfachen Selbsttest zu jedem Punkt.

  • Stand:
  • Lesezeit ca. 9 Minuten
  • Von RexCom

Kurz gesagt

  • Viele Besucher kommen mit dem Handy und wollen schnell wissen: Was bieten Sie an, wo sind Sie, wann haben Sie geöffnet und wie erreicht man Sie?
  • Impressum und Datenschutzerklärung sind Pflicht. Ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil ist für die Auffindbarkeit vor Ort fast genauso wichtig.
  • Anfragen und Termine sollten auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich sein – mit einem kurzen Formular statt langer Wege.
  • Barrierefreiheit hilft allen Besuchern. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt seit Juni 2025 für bestimmte Produkte und Dienstleistungen, etwa Online-Shops für Verbraucher; Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten, sind ausgenommen.

Schnell laden – auch bei schwachem Netz

Wer unterwegs nach einem Betrieb sucht, wartet nicht lange. Eine langsame Seite verliert Besucher, bevor diese Ihre Telefonnummer gesehen haben. Die häufigsten Bremsen sind zu große Bilder, viele eingebundene Fremddienste und schwere Baukasten-Vorlagen.

Auch Google berücksichtigt Ladezeit und Nutzerfreundlichkeit einer Seite – als einen von vielen Faktoren.

SelbsttestÖffnen Sie Ihre Website auf dem Handy mit mobilen Daten statt WLAN. Steht der wichtigste Inhalt nach ein, zwei Sekunden da? Genauer misst das kostenlose Werkzeug PageSpeed Insights von Google.

Auf dem Handy gut bedienbar

Google bewertet Websites inzwischen überwiegend anhand ihrer Handy-Version („Mobile-First-Indexierung“). Wichtiger noch: Ihre Kunden tun es auch. Gut bedienbar heißt: gut lesbare Schrift ohne Zoomen, Knöpfe, die man mit dem Daumen trifft, und eine Telefonnummer, die sich antippen lässt.

SelbsttestNehmen Sie Ihr Handy in eine Hand und rufen Sie über Ihre Website bei Ihrem Betrieb an – ohne zu zoomen. Wie viele Schritte brauchen Sie?

Kontakt, Anfahrt und Öffnungszeiten auf einen Blick

Mit diesen Fragen kommen viele Besucher. Die Antworten gehören gut sichtbar auf die Startseite und in den Fußbereich jeder Seite:

  • Telefonnummer (antippbar) und E-Mail-Adresse, gegebenenfalls WhatsApp,
  • Adresse mit kurzer Anfahrtsbeschreibung und Hinweis zum Parken,
  • Öffnungszeiten inklusive Feiertagen und Betriebsferien,
  • Ihr Einsatzgebiet – die Orte oder der Umkreis, in dem Sie arbeiten,
  • bei Bedarf ein gut sichtbarer Hinweis auf den Notdienst.

Für die Anfahrt brauchen Sie keine eingebettete Google-Karte: Ein Link „Route planen“ öffnet auf dem Handy direkt die Navigation, und Ihre Website bleibt frei von Fremddiensten. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag „Brauche ich als Handwerksbetrieb einen Cookie-Banner?“.

SelbsttestFindet jemand, der Ihre Seite zum ersten Mal sieht, innerhalb weniger Sekunden heraus, ob Sie heute geöffnet haben?

Klar sagen, was Sie machen – und wo

Besucher und Suchmaschinen müssen schnell verstehen, was Sie anbieten. Eine eigene Unterseite für jede wichtige Leistung – etwa „Badsanierung“, „Dachreparatur“ oder „Reifenservice“ – hilft beiden. Nennen Sie Ihren Ort und Ihr Einsatzgebiet im Text, so wie Ihre Kunden danach suchen.

Echte Fotos von Ihrem Team, Ihren Fahrzeugen und Ihren Arbeiten schaffen mehr Vertrauen als Bilder aus Fotodatenbanken. Achten Sie bei allen Fotos auf die Nutzungsrechte und bei Personen auf deren Einverständnis.

SelbsttestLesen Sie nur die Überschriften Ihrer Startseite. Wird klar, was Sie anbieten und in welcher Gegend?

Impressum und Datenschutzerklärung

Geschäftliche Websites brauchen ein Impressum, also eine Anbieterkennzeichnung nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (DDG, früher Telemediengesetz). Es muss leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar sein – üblich ist ein Link im Fußbereich jeder Seite. Zu den Pflichtangaben gehören unter anderem Name und Anschrift, Kontaktmöglichkeiten einschließlich E-Mail-Adresse sowie, falls vorhanden, Registereintrag und Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Bei zulassungspflichtigen Handwerken und anderen reglementierten Berufen können weitere Angaben hinzukommen, etwa zur zuständigen Kammer.

Die Datenschutzerklärung erklärt Ihren Besuchern, welche Daten Ihre Website verarbeitet – etwa beim Kontaktformular, in Server-Protokollen oder durch eingebundene Dienste (Art. 13 DSGVO). Sie muss zu Ihrer tatsächlichen Website passen. Ein kopierter Mustertext, der Dienste nennt, die Sie gar nicht nutzen, oder genutzte Dienste verschweigt, hilft nicht weiter.

SelbsttestSind Impressum und Datenschutzerklärung auf jeder Unterseite – auch auf dem Handy – mit einem Klick erreichbar? Stimmen Anschrift, Telefonnummer und Vertretungsberechtigte noch?

Ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil

Bei Suchen wie „Elektriker in der Nähe“ zeigt Google oft zuerst eine Karte mit Betrieben – noch vor den übrigen Suchergebnissen. Dort erscheinen Sie nur mit einem Unternehmensprofil. Das Profil ist kostenlos; Google verlangt eine Bestätigung, dass Ihnen der Betrieb gehört. Achten Sie auf:

  • Name, Adresse und Telefonnummer genau so wie auf Ihrer Website,
  • passende Kategorien und eine kurze Beschreibung,
  • aktuelle Öffnungszeiten, auch an Feiertagen,
  • echte Fotos und einen Link zu Ihrer Website,
  • Antworten auf Bewertungen – auch auf kritische, sachlich und freundlich.

SelbsttestSuchen Sie auf dem Handy nach Ihrer Leistung und Ihrem Ort. Erscheint Ihr Betrieb, und stimmen Öffnungszeiten und Telefonnummer?

Anfragen und Termine auch nach Feierabend

Nicht jeder Kunde meldet sich während Ihrer Öffnungszeiten – viele informieren sich abends oder am Wochenende. Ein kurzes Anfrageformular oder eine Online-Terminbuchung fängt diese Anfragen auf. Fragen Sie nur ab, was Sie wirklich brauchen, und sagen Sie, wie es weitergeht, zum Beispiel: „Wir melden uns innerhalb eines Werktags.“

Achten Sie auf eine verschlüsselte Verbindung (HTTPS): Ohne sie zeigen Browser Warnhinweise, und die Angaben wären ungeschützt unterwegs. Für den Spamschutz braucht es keinen fremden Dienst – unsichtbare Prüffelder und eine Begrenzung der Anfragen pro Minute funktionieren ohne Datenweitergabe.

SelbsttestSchicken Sie sich selbst eine Anfrage über Ihre Website. Kommt sie an – und wie lange dauert es, bis jemand reagiert?

Inhalte selbst pflegen – oder schnell ändern lassen

Veraltete Öffnungszeiten, eine Stellenanzeige vom letzten Jahr oder Neuigkeiten von vor drei Jahren wirken, als gäbe es den Betrieb nicht mehr. Klären Sie deshalb, wie Änderungen laufen: Entweder Sie pflegen häufige Inhalte wie Öffnungszeiten, Urlaub, Neuigkeiten oder Stellen selbst – am besten auch vom Handy aus –, oder Ihr Dienstleister erledigt das zuverlässig und zügig.

SelbsttestWie lange dauert es, bis eine geänderte Öffnungszeit auf Ihrer Website steht? Lautet die Antwort „weiß ich nicht“, lohnt sich ein Gespräch mit Ihrem Dienstleister.

Barrierefreiheit

Eine barrierearme Website ist für alle angenehmer: für ältere Kunden, für Menschen mit Seh- oder anderen Einschränkungen und für jeden, der bei Sonnenlicht auf dem Handy liest. Dazu gehören ausreichende Kontraste, gut lesbare und vergrößerbare Schrift, Beschreibungen für Bilder (Alternativtexte), beschriftete Formularfelder, eine Bedienung auch per Tastatur und eine klare, einfache Sprache. Als Maßstab dienen in der Praxis meist die internationalen Richtlinien WCAG (Web Content Accessibility Guidelines) in der Stufe AA.

Was das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) verlangt

Seit dem 28. Juni 2025 gilt in Deutschland das BFSG. Es setzt eine EU-Richtlinie um (den „European Accessibility Act“) und betrifft bestimmte Produkte und Dienstleistungen, die sich an Verbraucher richten. Im Online-Bereich sind das vor allem sogenannte Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr – also etwa Online-Shops oder andere Angebote, über die Verbraucher auf der Website einen Vertrag abschließen können.

Wichtige Ausnahme: Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten, sind von den Anforderungen ausgenommen. Als Kleinstunternehmen gilt nach dem Gesetz ein Betrieb mit weniger als zehn Beschäftigten und einem Jahresumsatz oder einer Jahresbilanzsumme von höchstens 2 Millionen Euro. Für Produkte gilt diese Ausnahme nicht.

Eine reine Informationsseite, über die keine Verträge geschlossen werden, fällt nach verbreiteter Einschätzung nicht unter das Gesetz. Ob etwa eine Online-Terminbuchung oder ein Bestellformular bei Ihnen dazugehört, hängt vom Einzelfall ab – lassen Sie das im Zweifel prüfen. Unabhängig von der Pflicht lohnt sich Barrierefreiheit fast immer, weil sie die Website für alle Kunden leichter bedienbar macht.

SelbsttestVergrößern Sie die Schrift im Browser auf 200 Prozent – bleibt alles lesbar? Und kommen Sie nur mit der Tab-Taste durch Ihr Kontaktformular?

Sicherheit und Technik im Hintergrund

Was Besucher nicht sehen, entscheidet über Ausfälle und Ärger: Die Website sollte ausschließlich verschlüsselt (HTTPS) erreichbar sein, regelmäßig gesichert werden und Sicherheits-Updates bekommen, wenn die eingesetzte Software das braucht. Klären Sie, wer dafür zuständig ist – bei einer gemieteten Website meist der Anbieter, bei einer gekauften oft Sie selbst (mehr dazu im Beitrag „Website mieten oder kaufen?“).

Und: Je weniger fremde Dienste Ihre Seite einbindet, desto schneller und datensparsamer ist sie. Oft entfällt damit sogar der Cookie-Banner.

SelbsttestFragen Sie Ihren Dienstleister, wann die letzte Sicherung gemacht wurde und wie schnell die Seite im Notfall wieder online wäre.

Die Checkliste zum Abhaken

Zum Durchgehen mit Ihrem Team – über die Druckfunktion Ihres Browsers können Sie diese Seite auch ausdrucken, Menü und Fußbereich werden dabei ausgeblendet.

  • Die Seite lädt auf dem Handy auch mit mobilen Daten schnell.
  • Schrift, Knöpfe und Telefonnummer sind auf dem Handy ohne Zoomen bedienbar.
  • Telefon, Adresse, Anfahrt und Öffnungszeiten sind sofort zu finden – inklusive Feiertagen und Urlaub.
  • Jede wichtige Leistung hat eine eigene, verständliche Seite mit Ort und Einsatzgebiet.
  • Impressum und Datenschutzerklärung sind von jeder Seite aus erreichbar und aktuell.
  • Das Google-Unternehmensprofil ist bestätigt, vollständig und passt zur Website.
  • Anfragen oder Termine sind rund um die Uhr über eine verschlüsselte Verbindung möglich.
  • Öffnungszeiten, Neuigkeiten und Stellen lassen sich schnell ändern – selbst oder durch den Dienstleister.
  • Kontraste, Schriftgröße, Bildbeschreibungen und Tastaturbedienung sind in Ordnung.
  • Verschlüsselung, Sicherungen und Updates sind geregelt – und es ist klar, wer zuständig ist.
So machen wir es

Wie RexCom diese Punkte umsetzt

Wir programmieren unsere Websites von Hand – ohne Baukasten und ohne Plugins. Das hält die Seiten schnell, auch bei schwachem Netz auf der Baustelle.

  • SSL-Verschlüsselung, tägliche Sicherungen und keine Plugins, die zur Sicherheitslücke werden.
  • Inhalte selbst pflegen über ein Mini-Portal, das auf Ihre Inhalte zugeschnitten ist und auf dem Handy funktioniert.
  • Auf Wunsch erstellen und optimieren wir Ihr Google-Unternehmensprofil.
  • Impressum und Datenschutzerklärung binden wir nach Ihren Angaben ein. Die Rechtstexte selbst lassen Sie am besten von einem Anwalt oder einem spezialisierten Anbieter erstellen oder prüfen.

Alle Pakete und Module finden Sie unter Leistungen; welche Funktionen zu Ihrem Betrieb passen, zeigen unsere Websites nach Branche.

Häufige Fragen

Reicht nicht ein Google-Unternehmensprofil statt einer eigenen Website?

Das Profil ist ein guter Anfang, aber Sie haben es nicht selbst in der Hand: Google bestimmt Aufbau und Darstellung, und für ausführliche Leistungsbeschreibungen, Referenzen oder ein eigenes Anfrageformular ist kaum Platz. Am besten wirken beide zusammen – das Profil verweist auf Ihre Website.

Wie oft sollte ich meine Website überprüfen?

Ein Durchgang mit dieser Liste einmal im Jahr und nach jeder größeren Änderung ist ein guter Rhythmus. Öffnungszeiten und Urlaube passen Sie am besten an, sobald sie sich ändern.

Fragen dazu?

Wie schneidet Ihre Website ab?

Gehen Sie die Liste in Ruhe durch – oder lassen Sie uns gemeinsam draufschauen. Im kostenlosen Erstgespräch sagen wir Ihnen ehrlich, was sinnvoll ist und was Sie sich sparen können.